Robert Bosch GmbH, Reutlingen-Kusterdingen, Neubau Werksgebäude

Bauherr:
Robert Bosch GmbH, Stuttgart
Leistung:
  • Architektenleistung
    Leistungsphasen: 2 - 8
Fertigstellung:
09 / 1989
Auszeichnungen:
Auszeichnung für Beispielhaftes Bauen, 1992; BDA-Preis "Auszeichnung guter Bauten", 1991; BDA-Preis "Industrie in der Landschaft", 1990
Gesamtplanung Heinle, Wischer und Partner Planungsgesellschaft mbH, Stuttgart
Das Werk befindet sich in einem neu erschlossenen Gewerbegebiet an der Bundesstraße 28 zwischen Reutlingen und Tübingen. Es dient der Herstellung elektronischer Steuergeräte für Einspritzanlagen in Kraftfahrzeugen. Das Werk gliedert sich in vier Nutzungszonen: die westliche für die Ver- und Entsorgung, die mittlere für die Produktion, die östliche für die Entwicklungs-, Büro- und Personalgebäude, der östliche Ausläufer für Pforte und Parkplätze. Sie wurden in das landschaftsgärtnerische Gesamtkonzept integriert, Baum- und Grüninseln trennen Parkplatzreihen und Parkplätze voneinander.

Der Gestaltung des Werkes liegt ein Gesamtkonzept zugrunde, mit dem ein einheitliches Erscheinungsbild im Einklang mit der Umgebung angestrebt wurde. Dazu zählen die Höhenentwicklung und die Gliederung der Gebäude ebenso wie die Materialwahl und ihre Farbgestaltung. Das einheitliche Bild sollte unterstützt werden durch die Wahl weniger Gestaltungselemente und Materialien, wie z.B. vertikal verarbeitetes Trapezblech, geformte Glattblechlisenen, einheitliche Fensterelemente oder überwiegend limonengrün-metallic als tragende Farbe. Das konstruktive Raster ist an den zum Teil rot hinterlegten Lisenen ablesbar.

Das Werk wird über eine in der Südwestecke gelegene Pforte, einem eingeschossigen Pavillon als Stahlskelettkonstruktion, zentral erschlossen. Das Fertigungsgebäude gliedert sich in die eingeschossige Fertigungshalle aus Stahl und einen zweigeschossigen Anbau aus Stahlbetonfertigteilen für Büros, Werkstätten und periphere Einrichtungen. Die beiden Baukörper werden über eine Glashalle von 140 m Länge funktional und optisch zusammengebunden. Eine offene Rasterdecke dient sowohl als Horizont zu den Binderkonstruktionen und der technischen Versorgung als auch als Tragkonstruktion für Beleuchtungskörper, Lüftungsauslässe, Lautsprecher oder partielle Schallschluckpaneele. Das Logistikgebäude gliedert sich ebenfalls in das Gestaltungskonzept ein. Ein Teil der Halle ist dreigeschossig ausgebildet. Der abgesenkte Ladebereich mit den LKW-Ladetoren und dem abgehängten Vordach bildet gestalterisch eine eigenständige Zone. Ein wichtiges Orientierungselement ist der schräg verglaste Zwischenbau mit den Zugängen und den beiden Treppenhäusern. Die Energieversorgungszentrale besteht aus zwei Baukörpern, die über einen zentralen Versorgungsbereich miteinander verbunden sind. Das Gebäude kann nach einem neu entwickelten Modulsystem in "Bausteinen" erweitert werden.
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